Als eine fränkische Gründung um 500 tritt Gochsheim
erstmals durch die Erwähnung in einem Schenkungsbrief an das
Kloster Fulda etwa im Jahre 796 in das Licht der Geschichte. In
den späteren
Jahrhunderten waren die Abteien Theres und Ebrach, die Grafen
von Henneberg und viele andere Adelsherren hier begütert.
Besonderen Einfluß übte das 1127 gegründete Zisterzienserkloster
Ebrach aus; von ihm übernahmen die Gochsheimer ihre Gartenkultur.
Eine Pfarrei bestand schon sehr frühurkundlich wird sie
1130 und 1205 genannt.

Im ausgehenden Mittelalter wurde Gochsheim ein Freies Reichsdorf,
von denen es im 14. Jahrhundert auf deutschen Boden noch über 100 gegeben hat. Ein wesentliches
Merkmal dieser Reichsfreiheit war das Recht zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit,
die Freiheit von der Herrenfron, die Wahl von Pfarrer und Lehrer, ein Beitrag
zur Ausrüstung des Reichsheeres. Eine erste diplomatische Spur des Freien
Reichsdorfes Gochsheim ist 1234 aufgrund einer Klage des Bischofs Hermann von
Würzburg an König Konrad IV. zu finden, der als Stellvertreter
seines in Italien weilenden Vaters Kaiser Friedrich II. in Deutschland Hof
hielt.
Am 16. April 1592 fand das spektakuläre Begräbnis des Herrn von Erthal,
Würzburger Amtmann zu Mainberg, in der Kirche zu Gochsheim statt, das unabsehbare
Folgen haben sollte. Nahm doch Fürstbischof Julius den entscheidenden Widerstand
der Gochsheimer, den Herrn von Erthal durch den katholischen Pfarrer von Hausen
bestatten zu lassen, zum willkommenen Anlaß, evtl. durch Beseitigung der
Reichsfreiheit die Durchführung der Gegenreformation - deren eifriger Verfechter
er war - anzustreben. Die daraus entstehenden erbitterten Feindseligkeiten fanden
schließlich erst durch die Wirren des 30jährigen Krieges ein zwangsläufiges
Ende. Durch diesen unseligen Krieg (1618-1648), der unermeßliches Elend
mit sich brachte, verlor Gochsheim im Jahre 1635 seine politische und kirchliche
Freiheit, die erst 1649 wieder zurückgewonnen werden konnte.
Aus diesem Anlaß wurde ein großes Friedensfest gefeiert. Noch heute
findet alljährlich im Rahmen der Kirchweih jeweils am 1. Sonntag im September
der historische "Plantanz" zur Erinnerung an das wichtige Ereignis
statt. 1810 wurde Gochsheim nochmals vorübergehend aufgrund eines Pariser
Staatsvertrages aus dem bayerischen Staatsverband entlassen. Aber bereits vier
Jahre später, am 30. Juni 1814, gehörte es wieder zu Bayern. Das bedeutete
den endgültigen Verlust der Reichsfreiheit, der durch Jahrhunderte zäh
verteidigten politischen Selbständigkeit.
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